Mehr Zeit für gute Kinderbetreuung

Veröffentlicht am 08.07.2010 in MdB und MdL

Regisseurin Sigrid Klausmann-Sittler thematisiert in ihrem Film das aktuelle Thema Kinderbetreuung. FOTO: NWZ

Neue Württembergische Zeitung

Göppingen. Anlässlich des Films "Lisette und ihre Kinder", der die Erzieherin porträtiert, lud Peter Hofelich (SPD) zum Gespräch über Kinderbetreuung ein.

Gerade in den ersten Lebensjahren eines Kindes sei es bedeutsam, dass dieses vorrangig Fähigkeiten erlernt und weniger Fertigkeiten. Diese grundlegende Einsicht zu vermitteln, sei ihr mit ihrem Film Lisette und ihre Kinder" wichtig gewesen. Regisseurin Sigrid Klausmann-Sittler legte im Gespräch mit dem Publikum Wert darauf, dass eine veränderte Einstellung zur Kinderbetreuung in unserer Gesellschaft kommen müsse.

Gemeinsam mit der Hauptdarstellerin des Films, Lisette Siek-Wattel, war sie der Einladung des Göppinger Landtagsabgeordneten Peter Hofelich gefolgt, der nach der Vorstellung des Films zu einem nachfolgenden Gespräch ins Göppinger Staufen-Kino eingeladen hatte. In ihrem Film über das letzte Kindergartenjahr von Erzieherin Siek-Wattel habe sie einfach festhalten wollen, auf welch bemerkenswerte Weise die dieses Jahr gestaltet habe, so die Regisseurin. Lisette Siek-Wattel stellt die Kinder in den Mittelpunkt, gibt ihnen die Zeit, die sie brauchen und stärkt ihr Vertrauen in sich selbst. Wer die Fähigkeiten erlernt, der erwirbt die Fertigkeiten leichter und ist darum bemüht, durch Kommunikation und Geduld eine Lösung zu suchen, so der Tenor.

Dass dafür Zeit und Ressourcen, also im Ergebnis kleinere Gruppen und gut ausgebildete Erzieher notwendig sind, bestätigte der Vorsitzende des Schulausschusses im Landtag, MdL Norbert Zeller aus Friedrichshafen. Seine SPD-Fraktion habe in den Haushaltsberatungen auch eine deutlich stärkere Unterstützung des Landes für die Kinderbetreuung beantragt, sei aber an CDU und FDP gescheitert.

Das, aber auch die halbherzige Umsetzung des Orientierungsplanes oder die als praxisfern empfundenen Einschulungsuntersuchungen, stoßen auf Unverständnis bei den Erziehern. Verdruss über die Politik machte sich breit. Veränderungen auf politischem Wege müssten erreicht werden, dafür sei die nächste Landtagswahl wichtig.

Professor Hans-Jochen Wagner, der an der staatlichen Fachschule für Sozialpädagogik in Göppingen und an der Hochschule Esslingen lehrt, appellierte dafür, dem Berufsbild des Erziehers mehr Aufmerksamkeit zu schenken und junge Leute zu diesem Berufsweg zu ermutigen.

Peter Hofelich war sich mit Regisseurin und Hauptdarstellerin, einig, dass der Abend ein starker Schub für eine richtungsweisende Kinderbetreuung war. pm

 
 

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