Schulen brauchen Perspektiven

Veröffentlicht am 07.05.2010 in MdB und MdL

Peter Hofelich: "Mit dem Programm Bildungsaufbruch liegt die SPD richtig."

Neue Württembergische Zeitung

Kreis Göppingen. "Bessere Bildung für alle" sei die Devise der SPD zur Zukunft des Schulwesens. "Eine Schule für alle", nennt die GEW als ihre Leitlinie. Der SPD-Abgeordnete Peter Hofelich hatte dazu zum Schulgespräch geladen.

Moderiert von Akademiedirektor a.D. Albrecht Daur hatten sich am runden Tisch in Peter Hofelichs SPD-Wahlkreisbüro in der Göppinger Grabenstraße so viele Interessenten aus Lehrerschaft, Schülern, Eltern und Kommunalpolitik wie noch nie zum Schulgespräch zusammengefunden. Es ging diesmal nicht um einzelne Aspekte, sondern um die Frage des richtigen Bildungskonzeptes für unser Land. "Haben wir im Land Angst vor Veränderungen, weil die positiven Auswirkungen von Reformen nicht wahrgenommen werden?", fragte Daur provozierend .

GEW-Vorstandsmitglied Holger Kissling sah das nicht so: "Wir erreichen derzeit konkrete Fortschritte." Der Klassenteiler in den Grundschulen werde früher als geplant auf 28 gesenkt. Die Ausbildung der Grundschullehrer bleibe mit derjenigen der Hauptschullehrer verbunden und werde nicht abgekoppelt. "Und bald wird die Frage unausweichlich sein, warum eine seit Jahrzehnten gut funktionierende Gesamtschule, nämlich die in den Klassen 1 bis 4, eigentlich nicht auch in weiteren Klassenstufen funktionieren soll." Ob ein solches "integratives Schulsystem" sich allerdings in der Breite der Bürgerschaft gegenüber dem heute vorherrschenden und von der CDU eisern verteidigten dreigliedrigen Schulsystem vermitteln lasse, wurde "ohne Scheuklappen diskutiert". "Der Einstieg mit sechs Jahren gemeinsamem Unterricht für alle muss kommen", war sich Peter Feige, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion und ehemaliger Sonderschulrektor, sicher. Zu früh werden heute für die Lebenschancen der Jungen die Weichen gestellt. "Die Grundschulempfehlung schafft Stress", wusste Heidrun Schellong, Stadträtin und Berufsschullehrerin zu berichten und griff damit viel Ärger, der in diesen Wochen bei den Eltern und oft auch Großeltern entsteht, auf. Die SPD will diese Entscheidung in Elternhand zurück geben. Peter Schührer, SPD-Fraktionsvorsitzender in Wäschenbeuren und lange Jahre Grundschulrektor, sah "kleine Schritte" als besten Weg zum Ziel des integrativen Schulsystems. Johannes Bahr, Schüler am Freihof-Gymnasium und neu im Göppinger SPD-Vorstand, sah auch in seinem Umfeld Aufgeschlossenheit für längeres gemeinsames Lernen. Und Regina Ilg vom GEW-Kreisvorstand wies darauf hin, dass selbst Bundes-Bildungsministerin Schavan in einem Interview jüngst davon sprach, man werde künftig "im Sekundarbereich ein integriertes Schulsystem haben". Thomas Reiff, Lehrer und Stadtrat in Geislingen, nahm schließlich kein Blatt vor den Bund: "Länger gemeinsam lernen ist kein Selbstzweck. Es geht nicht nur um das individuelle Kind, sondern auch um das soziale Lernen aller zusammen. Wichtig ist es etwa, Vorbilder zu haben."

Peter Hofelich empfand am Ende, dass sowohl Inhalt wie Struktur unseres Schulwesens sich verändern müssten: "Unser Bildungsaufbruch, wie wir als SPD unser Programm nennen, liegt da richtig."

 
 

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