Herbert Peschke - Abschied vom Gemeinderat nach 35 Jahren

Veröffentlicht am 19.09.2024 in Kommunalpolitik

Am Dienstag, 10.09.2024, endete für Herbert Peschke aus Bünzwangen seine langjährige Tätigkeit als SPD-Gemeinderat für die Stadt Ebersbach; am Tag zuvor wurde er für seine Mitarbeit im Ortschaftsrat verabschiedet. Für Herbert Peschkes langjährige Tätigkeit dankt ihm der Ortsverein der SPD Ebersbach und erinnert in einem Interview an seine Gemeinderatsarbeit. Das Interview führte Helga Wittler-Morgen vom SPD-Ortsverein Ebersbach.

SPD: Herbert, Du bist 1989 zum ersten Mal in den Ebersbacher Gemeinderat gewählt worden, danach hast Du noch 6 x erfolgreich kandidiert und Deine Arbeit für Ebersbach und Bünzwangen fortsetzen können. Und jetzt – wie geht es Dir mit dem Abschied von diesem langjährigen Dienst für Bürgerinnen und Bürger der Stadt Ebersbach?
Herbert Peschke: Schon bei der Wahl 2019 stand mein Beschluss fest, dass ich mit Eintritt in den Ruhestand aus dem Gemeinderat ausscheiden werde. Das wäre etwa in der Mitte der Wahlperiode gewesen. Nachdem jedoch Brigitte Pullmann ihr Ausscheiden früher ankündigte, hatte ich mich entschlossen, die Wahlperiode zu Ende zu führen. Dadurch, dass meine Entscheidung schon früh fest stand, fällt mir der Abschied aus dem Ehrenamt nicht allzu schwer.

 
SPD: In welchem Ausschuss hast Du als Gemeinderat gearbeitet und konntest Du Deine berufliche Qualifikation dabei einbringen?
Herbert Peschke: Als Gemeinderat war ich hauptsächlich im Ausschuss für Technik und Umwelt sowie im Umlegungsausschuss tätig. Dabei konnte ich natürlich meine berufliche Erfahrung aus dem Stadtplanungsamt der Landeshauptstadt Stuttgart in den Gemeinderat einbringen. Zu vielen Bebauungsplänen habe ich meine Anregungen vorgebracht. Auch in Zukunft stehe ich der SPD-Fraktion bei Fragen zur Bauleitplanung gerne zur Verfügung.


SPD: Bei 3½ Jahrzehnten in diesem Gremium waren vielfältige Entscheidungen für die Weiterentwicklung der Stadt zu treffen. Was waren für Dich besonders weitreichende, wichtige Entscheidungen, die Du mit vorangetrieben hast?
Herbert Peschke: Vor 35 Jahren lief der Verkehr der B 10 noch durch den Ortskern von Ebersbach. Nach der Eröffnung der Umgehungsstraße stand der Rückbau der Hauptstraße an. Der Erwerb und die Entwicklung des Kauffmann-Areals hat uns viele Jahre beschäftigt. Für den Ausbau der Kinderbetreuung wurden einige Baumaßnahmen (Kinderhaus I und II, Kinderkrippe in Roßwälden, Naturkindergärten) beschlossen. Der Verkauf von der Hälfte der städtischen Wohnungen. Der Erlös wurde auf Antrag unserer Fraktion in die Sanierung der anderen Wohnungen gesteckt. Der Neubau des Rathauses, das Jugendhaus E3, die Mensa Hardtschule und auch einige Neubaugebiete, vor allem in den Stadtteilen, wurden erschlossen.


SPD: Es gab sicher auch Erfahrungen im Gremium, die Frustration und Ärger bereiteten  z. B. weil mehrheitlich Entscheidungen getroffen wurden, die Du nicht für richtig hieltest. Was hat Dich bewogen, weiterzumachen?
Herbert Peschke: Im Gemeinderat gibt es keine Eilentscheidungen, die trifft bei Bedarf nur der Bürgermeister. Wie bereits an einigen Beispielen gezeigt, geht den Entscheidungen im Gemeinderat ein langwieriger Prozess voraus. Oft müssen dicke Bretter gebohrt werden, bis man eine Mehrheit im Gremium findet. Bei diesen Entwicklungen mitzuarbeiten, hat mir all die Jahre sehr viel Spaß gemacht und diese Freude hat manchen Frust überwogen.


SPD: Wenn Du auf die vielfältigen Veränderungen seit 1989 bis heute zurückschaust: Was wünschst Du Dir als ehemaliger SPD-Gemeinderat für die Zukunft unserer Stadt?
Herbert Peschke: Im Herzen der Stadt muss es eine städtebauliche Entwicklung im Bereich des Östlichen Viehmarkts geben, damit der trostlose Parkplatz verschwindet. Der Unterbau der Hardtschule wartet weiter auf eine Lösung. Hier wünsche ich dem neuen Gemeinderat für die Zukunft gute Entscheidungen.
Ich hoffe, es gibt weiterhin eine gute Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Fraktionen und der Verwaltung im Gemeinderat zum Wohle der Stadt und seiner Bewohner. Der Verwaltung wünsche ich, dass alle Stellen besetzt werden können, damit die vielfältigen Aufgaben mit dem notwendigen Elan angegangen werden.